E-Portfolio Analyse

Intro

2003 lief mir das Wort „E-Portfolio“ erstmals über den Weg: In einer TrainerInnen-Schulung wurden wir zu „E-TutorInnen“ ausgebildet und unterrichteten dann im Rahmen des EU-Projekts „Frauen und IKT im Burgenland“ den Umgang mit Computern & Programmen auch erstmals in Blended-Learning Konfiguration. Auf der eigens entwickelten Lernplattform (die nach dem Projekt leider offline ging) war das E-Portfolio ein Ordnersystem mit der Dokumentation von Lern- bzw. Lehrfortschritten. Mittels gemeinsam genutzter Ordner, Dateiupload, Kommentaren, Themenforen und Chat wurde kommuniziert & ausgetauscht. Gar nicht so schlecht für 2003 🙂

2011 habe ich bei einer Weiterbildung die Lernplattform „LMS“ kennengelernt. Auch hier können LehrerInnen wie SchülerInnen ihre Lern- und Lehrfortschritte dokumentieren und es bot damals schon viele Funktionen zur Online-Kommunikation und -Kollaboration. 2014 konnte ich LMS aus der Sicht einer Lernenden für die Berufsreifeprüfung im Fach Wirtschaftsinformatik kennenlernen. Wir benutzten allerdings nur die Funktion zum Aufgaben/Dateien abrufen und Ergebnisse online stellen. Das E-Portfolio bestand dann aus erledigten Hausübungen, Feedback und alles andere gab es in der Präsenz.

2013 stellte uns eine Trainerkollegin im Rahmen einer MitarbeiterInnenschulung zu Social Media & Social Web ziemlich begeistert das E-Portfolio System „Mahara“ der Donau Uni Krems vor. Neben Benutzerprofil und Dokumentation von Lernfortschritten bot das Tool einige Funktionen zur Kommunikation & Kollaboration mit StudienkollegInnen und TutorInnen. Selbst ausprobieren konnten wir damals nicht.

Bei meinem derzeitigen Arbeitgeber wird LMS für die Maturavorbereitung von Lehrlingen benutzt und es wird laufend daran gearbeitet, Kurse und Ausbildungen in Blended Learning Form mit Moodle abzuwickeln.
Moodle bietet massenhaft Funktionen zur E-Portfolio Arbeit – es braucht allerdings gute Admins zur Konfiguration und Lehrende müssten im Umgang und mit den vielen einsetzbaren Funktionen gut geschult werden. An der FH-Burgenland benutze ich Moodle aus Studierenden-Sicht und nutze die Funktionen, welche die jeweiligen Lehrbeauftragten freischalten bzw. benutzen (Übersicht Lehrveranstaltungen, Aufgaben, Foren, Abgabeordner, Evaluierungen, Online-Tests, gemeinsame Dokumentenbearbeitung, Beurteilungen, Kalender, uvm…. ). Da der Account nach Studienabschluss deaktiviert/gelöscht wird, ist es sinnvoll sein eigenes E-Portfolio anderswo zu gestalten bzw. Lernfortschritte abzuspeichern.

Seit dem Masterstudium Angewandtes Wissensmanagement versuche ich nun, ein persönliches E-Portfolio mittels Weblog (genau, dieses/n hier) umzusetzen….

Was ist ein E-Portfolio und wozu setzen Studierende es ein?

„… netzbasierte Sammelmappen, die verschiedene digitale Medien und Services integrieren.“ (2015, e-teaching.org )
Im Hochschulbereich können Studierende mittels E-Portfolio, auch über das Studium hinaus, ihre langfristigen Lernprozesse systematisch darstellen und reflektieren sowie sich, im Rahmen des persönlichen Wissensmanagements, mit ihren erworbenen Kompetenzen auseinandersetzen. (2013, Reinmann, Gabi; Hartung, Silvia: E-Portfolios und persönliches Wissensmanagement – In: Miller, Damian [Hrsg.]; Volk, Benno [Hrsg.]: E-Portfolio an der Schnittstelle von Studium und Beruf. Münster : Waxmann 2013, S. 43-59. – (Medien in der Wissenschaft; 63) – URN: urn:nbn:de:0111-pedocs-109171 )

Analyseeinheiten:

Zweck:
Entwicklung (Widerspiegeln der Entwicklung)
Präsentation (Kompetenzen durch Arbeitsproben ausweisen)
Bewertung (Zwischen – & Endresultate bewerten)

Materialien:
Auswahl (flexible Organisation)
Beschreibung/Analyse (aussagekräftige Beschreibung, Medienwahl, Besonderheiten, Erfahrungen)

Entwicklung, Vergleich, Rückmeldung
(Entwicklung/Vergleich von Kompetenzen/Arbeiten, Rückmeldung von Studierenden/TutorInnen)

Analyse 2 E-Portfolios:

optes – Optimierung der Selbststudiumsphase

Zweck: Entwicklung, Präsentation und Bewertung
Beschreibung: „Mit dem Projekt optes sollen die Fähigkeit der Studierenden zum Selbststudium, insbesondere in den Mathematik-affinen Grundlagenfächern, verbessert werden und damit die Chance für einen erfolgreichen Studienabschluss erhöht werden … Bereits freigegebene Dokumente und Materialien finden Sie im Materialienpool des optes-Anwendernetzwerks. Alle Angebote werden als Open Educational Resources unter Creative Commons-Lizenzen veröffentlicht.“

Materialen:
Große Auswahl an Materialen, persönliches Entwicklungsportfolio & Lernportfolio, aussagekräftige Beschreibungen, verschiedene Medien (Blog, Mathe-Tests, Erfahrungsberichte,…)

Entwicklung/Vergleich/Rückmeldung:
Feedback zu Mathe-Tests, Allgemeine und persönliche Blogs, Vergleich & Vernetzung mit KollegInnen, Forum für Lehrende und Studierende

Europass

Zweck: Präsentation von Kompetenzen
Beschreibung: „Der Europass ist ein Portfolio von fünf Dokumenten und bietet als kostenloser Service der Europäischen Union allen europäischen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, ihre in der Schule, an der Universität oder im Rahmen von Lern- oder Ausbildungsaufenthalten im Ausland erworbenen Fähigkeiten klar und einheitlich darzustellen. An der Europass Initiative nehmen mehr als 30 europäische Länder teil.“

Materialien:
5 Dokumente: Europass Lebenslauf, Sprachenpass, Mobilitätsnachweis, Zeugniserläuterung & Diploma Supplement
Online ausfüll-/änder-/speicherbar, zusätzlich Vorlagen zur lokalen Bearbeitung, vorgegebene Europäische Referenzrahmen für Ausbildungen (Sprachen, ECTS, u.v.m…), zahlreiche Hinweise und Beispiele sowie Verfügbarkeit in allen EU Sprachen.
Bei Abspeicherung als XML-PDF können die Eingaben jederzeit online bearbeitet werden. Felder im Europass Lebenslauf können zum Beispiel automatisch in andere Online-Formulare oder Personal-Such und -Matching-Systeme übernommen werden.

Entwicklung/Vergleich/Rückmeldung:
Hauptsächlich zur Darstellung der eigenen Entwicklung bzw. um Endergebnisse einheitlich darzustellen. Interessierte Personen, vornehmlich Arbeitgeber & Personalrecruiter, können rückmelden bzw. Kontakt aufnehmen. Bei Einsatz in Schulen/Unis/Bildungsinstituten ist Vergleichsmöglichkeit unter den Lernenden gegeben, insbesondere durch die einheitliche Systematik der Dokumentvorlagen.

Konsequenzen für die Gestaltung des eigenen E-Portfolios:

  • Aussagekräftige Menüs / Kategorien / Beschreibungen
  • Organisation nach Themen- / Kompetenzbereichen
  • Rückmeldemöglichkeiten (Kommentare, Links)
  • Überlegen: nur Studiumsbezogen oder ganzen CV einbauen?
  • Aufpassen: over-scripting (nur nach Vorgaben), over-acting (blinde Sammelwut), over-reflecting (um sich selbst kreisen)
like & share:

Schlagwörter: ,
Copyright 2018. All rights reserved.

Veröffentlicht2018-11-29 von manuelaschoendorfer in Kategorie "Tasks & LessonsLearned

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.